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Aus der Fassade 16414

Von den Menschen

Beim Thema
Wir haben nicht mehr Tage zu leben, aber mehr Leben in den Tagen, sagt die Frau im Radio und: wer begleitet wird, will nicht mehr sterben und: keins der 500 Kinder im Sterntaler Zentrum wollte sterben. Kinder können nicht lebenssatt sterben können wollen. Der Morgen wieder sonnig gegen neun, um halb sieben habe ich das Fenster geschlossen und bis 12 Musik gehört. Heute scheint es wieder möglich, einen guten Rhythmus zu finden für den besseren Schlaf. ++ Ja, sagt die Nachbarin aus der 17, so habe ich das immer erlebt. Chaos in der Klapse. Sie wissen nicht, was sie tun und beide Seiten wissen das. Man kann nur für sich das mitnehmen, was man aufnehmen kann, verarbeiten, annehmen. Da bist du ganz schnell mal die falsche Akte und der Spruch, es sieht doch schon ganz gut aus heute, sagt alles. Ordnung ist der notwendige Versuch, Chaos erlebbar zu machen, also Leben lebendig zu lassen. Wird sie zu starr, zum Dogma, zur Despotie, dann schlachten sich alle der fernen Glückseligkeit wegen ab. ++ Ostern naht, überall Hasen, ich finde das Große Häschen Harakiri Buch [Andy Riley] - Ratgeber für Lebensmüde Kaninchen - in der givebox zur rechten Zeit und denke an den dicken Goldhasen mit den enormen Hinterbacken als Deko in einem Laden in der Nähe. Genf ist der beste Ort weltweit für eine diplomatische Lösung zur Ukraine, erklärt der 75 jährige Schweizer Stardiplomat, der gerade 1000 Seiten produziert hat, in meinem Radio. Nun sitzen sie sicher bei im Hotel und versuchen, auf allen Ebenen einen Gesprächsfaden für das Durcheinander der Revolution zu finden, zu dem die Junge Welt titelt: Ukraine schickt Faschisten nach Genf. Haben sie sie noch, denke ich, die Jungredakteure hatten doch 89, sie müssten doch wenigstens einen Hauch von Empfindung haben für einen Umbruch. Der mittlere Sohn dagegen kommt aus Zürich zum Urlaub bis Anfang Mai. ++ Liebes Eichhorn, liebe Eichhörnchenfans, 60 ist eine Zahl vor Udo Jürgens Lied, dass der Mann erst mit 66 richtig beginne, sechs Jahrzehnte Leben mit Lust, Versuchung und dem Gefühl für Körper und der Übergang zwischen dem Das letzte Kind zeugen wollen und Vaters Spruch Bis 70 war alles gut. Übergang, sagten uns die Klassiker, sei, wenn Reste vom Alten und Anfänge von Neuem konfliktionär zusammenstießen und nicht klar sei, was werde, wenn die Republik als Alternative gerade zusammenbricht und die Große Kommune erkennbar nicht die Zukunft ist. Dass es Familie und Paar nicht sind, wissen wir schon vom Familienvater Schwarzbart. Gerd stellt sich da in die Mitte des Freundeskreises der Wahlverwandten, lächelt verschmitzt, denkt an die Bomberfrau und ist beim Thema. Übergang nicht Abgang.

Donnerstag April 17th // Filed under: Geschlecht,
Mittwoch April 16th //

Aus der Fassade 15414

Vatergang

Gut, dass es möglich ist
Wir haben uns lange nicht gesehen, sagt die Schwester lächelnd. Er schläft noch, hat nicht immer Appetit auf Kaffee. Er hält sich überall fest, bewegt sich kaum, wir müssen zusammen anfassen, um ihn aus dem Bett zu heben. Vater liegt wie ein großes Baby unter der Zudecke. Die Augen sind halb geöffnet. Mein lieber Schatz, flüstert er zur Begrüßung, als er mich wahrnimmt. Seine Hand ist kalt. Du hast ja … setzt er dreimal an. Die Schwestern drehen ihn auf die Seite, wechseln das Lacken und die Hose ,ziehen ihn jeweils auf die Gegenseite kippend neu an. Fassen Sie mich um Herr Doktor, Sie können sich an meinem Speck festhalten, wenn sie nicht kneifen. Simone mit der weißen Brille, scherzt mit ihm wie mit allen. Vater sitzt nun und schüttelt den Kopf. Dann hieven sie ihn auf 1,2,3 in den Rollstuhl. Das Rezept ist ausgestellt, sagt sie im Büro, jetzt heißt es auf die Anlieferung des Pflegerollstuhls warten. Ich schiebe Vater mit Schwung so schnell aus dem Zimmer, dass er sich nirgendwo festhalten kann. Vielleicht hängt es doch etwas von seinem Willen ab. Die Essgemeinde ist versammelt. Wir haben hier eine Massenabfertigung, sagt Herr H. , ein streng blickender Mann mit Schlips. Das ist schrecklich und wäre besser, wenn wir ein größeres Zimmer hätten. Am Vatertisch sitzt bereits Frau Horsti mit einem neuen linken Nachbarn, der über ein markantes männliches Profil verfügt und seine Hand hergibt. Sie stößt erstmals statt des hartes hiiier ein lautes Jaaa aus, das sie bis zu einem langen aaaah dehnt. Vater rührt nichts an. Wir müssen ihn füttern, sagt die zweite Schwester. Er muss essen. Er wird essen, wenn er will, erwidere ich, wenn er nicht will, muss er doch nicht noch dicker werden. Essen hält Leib und Seele zusammen, antwortet sie entschieden. aber der Leib hat sich doch längst verselbständigt, erwidere ich. Versuchen Sie es doch. Er ist ein Naturbursche. Wenn ich ihm das Glas in die Hand gebe und es führe, trinkt Vater. Mit seiner linken Hand vollzieht er den letzten Teil seiner spirituellen Gesten. Er hebt sie leicht an, führt sie von unten nach oben, als wolle er sagen, dass das alles erst abzuwägen sei und senkt sie dann vorsichtig an die Tischkante. Wenn der Bus den Rollstuhl aufnehmen kann, werden wir am 30. zum Spargelessen auf den Bauernhof fahren, sage ich. Vater nickt. Seine Haare sind jetzt so kurz wie meine geschnitten. Hilfe zur Selbsthilfe, denke ich beim Gehen. Dasein. Anbieten. Mehr geht nicht. Weniger auch nicht. Gut, dass es möglich ist. Der Regio rattert zurück. Die linke Schulter muckt etwas. Es ist insgesamt besser geworden. Nach 40 Jahren dauert die Besserung.

Mittwoch April 16th // Filed under: Geschlecht,
Mittwoch April 16th //

Aus der Fassade 14414

Aus dem Urlaub

Jazz
Cornell West habe alle amerikanischen Eliteunis absolviert, die Sorbonne dazu, kenne die Philosophen aus dem Stand und betreibe pragmatische Prophetie wie Jazz: flexibel, improvisierend, intuitiv einem Motiv folgend und dessen Änderung mitbetreibend. Der darunter liegende Blues lasse das alltägliche Leiden nicht aus der Wahrnehmung des Lebens, sondern nehme es meditativ auf. Demokratie, so mein Radio, bestehe an all den Orten in der Gesellschaft, wo Menschen sich mit ihrer Existenz widerständig auseinandersetzen. Wenn Leiden verdrängt wird, wird Leben nur illusioniert wahrgenommen. Da weiß ich den Grund. Ich will nicht leiden. ++ Der Müllfahrer hängt den gelben Container an das Weiße Müllauto, tritt hinten gegen die Containerkante und dann greift der Greifer das Teil und kippt unsere Plaste in den Bauch. Die Sonne scheint entgegen dem Wetterbericht für den Osten gegen zehn. Ein Müllbeutel weht der Wind beiseite. Ob ihn der Müller aufgesammelt hätt, bleibt so offen. Ich werde ihn aufheben. Die Nacht ist fern von den leeren Weiten des flachen Landes gelungen, sagt mein Spiegel bestätigend. ++ Es wär ein Kopfstand, jetzt aus dem Haus zu stürzen, den 10 Uhr Zug nach B- berg zu erreichen, Vater nach 5 Stunden Tag doch ebenso erschöpft zu treffen wie nachmittags gegen Fünf; so fahr ich zu halb drei. Die Givebox hat wieder ein paar Jeans ohen Änderungsbedarf bereitgestellt als Dank wahrscheinlich für die überfällige Beräumung. Urlaub zu Hause, lernen schultergerecht zu telefonieren, langsame Bewegungen, bewusst und nicht dem Temperament folgend, Körperarbeit. Morgengruß. ++ Sie erhalte keine Auszüge von ihrer Postbank mehr, aber ein Schreiben, wo sie annehmen müsse, dass die Email geknackt sei, das Kind sehe kaum noch vom Handy auf, auch ,wenn sie miteinander sprechen und Atemnot bis zur Todesangst sei auszuhalten, sagt die Nachbarin. Man müsse die Umstände ändern, wenn man das Verhalten nicht ändern könne, England sei die Hoffnung, ein Jahr Arbeit dort mit strengeren Regeln und klarerer Lebensorganisation. ++ Dass die Bullen der Ostukraine schon immer Treueprämien von Janukovitch erhielten, nur 300 € im Monat verdienten gegenüber 1200 in russischer Uniform und die Protestler nicht nur Russland, sondern auch eine freien Sozialismus wollten, zeigt doch, dass die alte Ukraine noch besteht und bestehen muss. Dass das einzig ordnende Prinzip die Unveränderlichkeit von Europas Nachkriegsgrenzen ist, zu dem sich jetzt der Westen bekennt ist nicht nichts und dass nur die EU eine funktionierende interne Verwaltung geschaffen hat spricht von der Länge des Weges zum Kapitalismus.

Dienstag April 15th // Filed under: Geschlecht,
Dienstag April 15th // Filed under: Berlin - Nord,

Aus der Fassade 6414

Von den Reisen

Schrumpfendes Terrain
Die rot aufflammenden Windräder gegen vier freudige Signale der Entscheidung zu gehen, die Last der Unklarheit von den Schultern, die schon bedrohlich das Trommelfell bedrängten, ich bin nicht für den Jüngsten erreichbar reicht als Grund für alles. Die beiden einzgen Autos halten nicht, ich dachte, die hinter mir würden anhalten, sagt die Frau, die auf der Rücktour hält, steigen Sie schnell ein, noch drei Minuten und da fahren wir zeitgleich ein und ich schwebe in diesem ODEG -Oberstockzug in das Dunkel, Berlin entgegen und die Sorgen verblassen, die er gezeigt hat: Vielleicht dauert die Klinik noch zwei Monate, vielleicht gehe ich dann doch lieber nach Schleswig oder wohin, nur nicht bleiben, wo nicht klar ist, was passiert und warum nicht und die Mutmaßungen aller wie Watte sind in einem Nebel, der selbst den Sonnenschein einhüllt wie ein zottiges Fell. ++ Nein, ich muss damit rechnen, nachts immer wieder in die Metropole zu fahren, wo die Geräusche der Gefährte alles einbetten, was da nicht ganz stark und widerständig ist selbst nachts. Das Reisen wird so Tagesgeschäft, Ausland Inland und nur noch Region als maximaler Bereich, der konkret gelebt, entwickelt, verwaltet und überschaut werden kann mit einiger Übung. Leben wird so wohl mehr und mehr zu Überleben, also grenzwertig, Grenze, die sich heranschiebt und fragt: Was machst Du da eigentlich Wichtiges, dass Du Deine Muskeln nicht ruhen lassen kannst jeden Tag. Ade Jerusalem, Rabat, Oya- Begleitung und das Waldleben des Bärenstammes - nur die Villa an der Zschopau war wiederum offen. ++ Weitergehen, Rückenwind also, die Übungen, die jeder Trainer anders sieht und man sich so selbst zusammenbauen muss und kann wie alles ringsum, Oxfam mit Herrn Falins anderer osteuropäischer Sicht auf Krieg und Frieden - Rapallo habe die Chance, Wilsons Utopie von Versailles konkreter zu machen und das Diktat zu brechen und der Braind - Kellogg Pakt drei Jahre später, genereller Kriegsverzicht als politisches Mittel der Konfliktlösung, wird von 15 Staaten unterschrieben- doch die Japaner brechen den Pakt 1931 im Blitzkrieg gegen China und das war das Ende des Anfangs, der Dammbruch [Zweite, Front, 19-31]. Das letzte Fenster blinkt jetzt im Licht, unter dem Sturm im Innenhof rast und der Weltklimabericht Teil 3 wird immerhin die Fachleute zusammentreiben für den Zeitpunkt des unbedingten Handlungszwangs. ++ All das Befürchtete, dem ich auszuweichen suche, ist meist schon da, wie auch sein Gegenteil, nur versteckt unter der alten Sicht, doch komplett: Ich werde es erleben, doch in welchem Zustand.

Montag April 14th // Filed under: Geschlecht,
Montag April 14th // Filed under: Berlin - Nord,

Aus der Fassade

Aus den Büchern

Nicht der Anspruch
Das kann man nicht wissen, aber gerade das fehlt. Hernstedt und Wollweber, die beiden Gegner von Ulbricht, waren zuvor sowjetische Geheimagenten in der Komintern. Berija, das Monster von Geheimdienstchef, war eher eine Art Gorbatschow, der die Trennung von Staat und Partei anstrebte, die Gleichstellung der Nationalitäten, das vereinigte Deutschland als Puffer zwischen Amerika und der Sowjetunion unter Kontrolle von Stasi und Innenministerium. [Hosfeld, Was war die DDR, 2008, 146f]. Ich muss also Geschichte neu lernen, um überhaupt sinnvoll interpretieren zu können. Das weiß ich auch schon eine ganze Weile und ich habe da auch schon viel getan. Und der Altsozialismus berührt mich da am meisten. Ich lebte hier und weiß davon nichts Nennenswertes. ++ Immerhin also gab es Widerstand gegen die Despotie auch hier und massiv. Die “faschistische” Arbeiterklasse hätte ohne sowjetischen Eingriff die DDR 53 nach der kurzzeitigen Sowjet- Deutschlandpolitik umgeworfen [Haffner bei Hosfeld, 154]. Die direkten Gegensätze zwischen den verschiedenen Seiten und in ihnen sind das Wesentliche, Interessante, schwer zu Greifende, aber den Lauf der Dinge bestimmende. ++ Ein Schwung in den Sommer, Sonne, 20 Grad aus dem Stand, der Jüngste mit blendender Laune und ohne Blessuren von der gestrig langen Fahrt, wo der Tagesplan wieder aus der Luft gegriffen war: Zeitung holen, Wäsche waschen, den Zimmerfreund in Mariendorf besuchen und gegen Nachmittag den Rummel am Kurt Schumacher Platz inspizieren. Max´Wohnung haben wir dann nicht gefunden- weil Adresse, Nachname und Himmelsrichtung unklar waren. Das hat er ohne Verdruss konstatiert: Nächstes Mal genauer nachschauen. Weiter nichts. Nach der zusammengestückelten Nacht mit Bullenhilfe eine Wohltat. Gegen vier fangen sie an zu randalieren vor meiner Tür, besoffen, dumm, wir mögen keine Zugezogenen. Um sechs gehen sie dann. Ich komme bei solchen Typen mit meiner Argumentation nicht weiter. Gegenfragen formulieren, nach der Herkunft des Fragers zum Beispiel. Aber vielleicht hilft das alles nichts. ++ Hauswald [Deutschland Ost. Fotos aus vier Jahrzehnten] hat wirklich berührende Szenen abgelichtet, während Jutta Voigt noch an die Freiheit als Einsicht in Notwendigkeit glaubt - also doch die einer Despotie! Und ich an deren Reformierbarkeit - fotografiert H. die Ruinen der sozialistischen Ideale [9]. Gibt es denn vergleichbar kapitalistische, die soweit das Menschliche betreffen, das man da sofort erkennen können sollte? Und auch da Ruinen? sicher. Aber sie haben nicht den Anspruch der Alternative gestellt.

Montag April 14th // Filed under: Geschlecht,
Montag April 14th //

Aus der Fassade 4414

Aus den Büchern

Ach Marx
Dann sieht Petrus erschrocken auf den Wetterbericht, legt den Hebel der Temperaturmaschine um und das Leben wird nach der halben Nacht wieder schön. Ich habe gegen die Kälte ein zweites grandioses Tiramisu mit Beeren in meiner Kantine einfahren müssen und die Entscheidung für einen Urlaub ohne Abstriche fällt leicht, wenn die Muskeln selbst den Kehlkopf attackieren. Wohin es geht, wird sich zeigen. ++ Marx meinte zu wissen, wohin es geht: Wer hinter Waren Arbeit für Lohn entdeckt, hinter Arbeitslohn Wert, in ihm den der Arbeitskraft und über den hinaus einen Mehrwert, der müsse die Arbeiterklasse im eignen Profitinteresse von allen Hindernissen ihrer Entwicklung befreien, um die bürgerliche Gesellschaft zu entwickeln und das sei für England auch praktisch friedlich möglich [MEW 23, 15, 40]. Wie auch immer, die Selbstbefreiung im klassischen Klassenkampf führte immerhin zu Sozialstaat und Sozialpartnerschaft und Kommunismus war ja hier nicht mehr versprochen. Aber hilft uns das - singt Biermann. Lassen wir das also stehen, denn die Restwelt hat ja noch unmäßig zu tun, um das zu erreichen.++ Es hieße, zu begreifen, dass diese Gesellschaft kein fester Kristall, sondern ein umwandlungsfähiger und beständig im Prozess der Umwandlung begriffener Organismus ist [16]. Das aber sind wir dabei lernen zu müssen. Im Gegenteil ist eben nicht das Kristall, sondern dieser beständige Wandel das Problem, das durch diese Einsicht nicht gelöst wird, sondern hingenommen. Was also, wenn hinter Sozialstaat und - partnerschaft der gleiche Arbeitslohn steckt, unter dem verschwindet, dass der Mehrwert nicht Unternehmerlohn ist. ++ Paul Kagane, der ehemalige Tutsiführer, sagt mein Radio, habe in Ruanda nach dem Völkermord eine Entwicklungsdiktatur in Richtung Singapore etabliert. Gemessen an dem belgischen Beitrag zum Massaker sei das das Bestmögliche. Euer Wohlstand ist unser Wohlstand, sagt Hollande in Brüssel zu Frau Zentralafrika in einer packenden Umarmung. Afghanistan müsse nicht nur wählen, sondern auch die Ergebnisse durch ein funktionierendes Staatswesen sichern. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Diktator Urban wird in Ungarn wieder absolut siegen, wie Putin in Russland, Erdogan in der Türkei und die anderen weltweit. Man kann, schreibt Karl an Lenin, naturgemäße Entwicklungsphasen weder überspringen noch wegdekreditieren und meint wohl den Kapitalismus, mit den Fabrikgesetzen des Staates in England [eb.]. Bürgerprotest braucht freie Bürger, am besten Studenten, zeigt die Geschichte und Taipeh. Im Radio läuft de Erste Weltkrieg. Clarke sagt, sie reden viel mehr als früher. Ach ja.

Samstag April 5th //
Samstag April 5th //

Aus der Fassade 2414

Von der Ganzen Welt

Und was noch
Hinter dem Asphalt beginnt eine schnurgerade Piste, die rechts abknickt zu zwei Häusern, wo der alte Lehrer unter einem Baum sitzt, um den herum Primeln blühen. Ein Eichbaum, erzählt er, hat eine Bresche in die Mauer geschlagen, ein Milliardär aus Holland das Sicherheits- Schloss übernommen, um zu jagen und die Straße bezahlte die EU, um Waldbrände zu unterbrechen. Die Dissidenten sind überwiegend weg, seine letzte Frau blieb nach 23 Jahren und zwei Kindern in Bonn und er findet im Internet eine andere. In jedem normalen Winter bricht hier die Arktis aus und die für die Treibjagden künstlich vermehrten Wildschweine stürmen das menschliche Gelände. ++ Der thüringische Regisseur meldet den Verlust des Autos. Wenn ich ihm vor einem Vierteljahr gesagt hätte, dass er mit einem App ein Signal eine Navigation zum Parkort erhalten hätte, hätte er das Smartphone nicht aufgegeben . Aber er hat seinem palästinensischen Freund ja auch nicht geglaubt, dass sie dann ohne Geld stundenlang gratis telefonieren könnten. Es gibt nichts ohne Geld, hier nicht und nirgendwo hatte er argumentiert und nur der Alkohol lasse diese klare Weisheit verschwimmen. Das Fenster ist nun doch offen. Er steigt ein, der Schlüssel steckt von innen, ich hätte bei meinem Stück bleiben sollen in meinem Haus an meinem Park. ++ Ich bleibe hinter meinem Volkstheater stecken, statt mich von all dem zu beurlauben, was mich hier festhält und zur Schulterbefreiung in die Welt zu ziehen. Ganz ohne Anschluss geht es schon wegen des Jüngsten nicht, der nun eine Sonnenbrille hat, eine neue Lampe am Superrad, sich statt der Zeitung deutsche Fußballidole zum Einkleben kauft und die Wochen zählt. ++ Zwei Drittel der Russen finden Amerika jetzt schlecht, sagt mein Radio , ein Klimawandel habe stattgefunden, befindet das Carnegieinstitut und es sei ein neuer Kalter Krieg möglich, und die Amerikaner reagieren als Volksgemeinschaft, obwohl sie doch keinen Putin haben. Die Flüchtlinge nach Europa werden mehr und sie haben ja bereits ihre Revolutionen gemacht und was noch? Die Ukraine war das Hauptthema des Zweiten Weltkrieges, erklärt Snyder [bloodlands] in der taz und die Zukunft Europas und ein Naziputsch russische Propaganda. Noch Juschtschenko aber habe den Judenmörder Bandera zum Nationalhelden gemacht, schreibt Brumlik [1.4.14]. Der Rechte Sektor, nun Partei, klagt gegen den Innenminister wegen Mord an einem Koordinator und soll verboten werden [30.9.14] ++ Denn sie wissen nicht, was wir tun, singen die Goldenen Zitronen und auch wir wohl eher nicht und heute habe ich keine Lust, darin einen Sinn zu suchen.

Donnerstag April 3rd // Filed under: Geschlecht,
Sonntag März 30th //

Aus der Fassade 30314

Aus der Provinz

Action
Als Autist in einer neurotischen Gesellschaft mit hysterischen Tauben, deren Schluchzen gegen halb neun den Zeitsprung verdeckt, der wohl im Ersten Weltkrieg aus den gleichen wirtschaftlichen Gründen eingeführt wird. Alles weist auf den nötigen Urlaub ohne alle Technik hin, der Frühling, die ziehenden Schultern, die Glättung des Schlafzyklus und das große Alphabet am Endbuchstaben X. ++ Es scheint, als ob der Jüngste sich schon vollständig darüber freut, aus der Klinik und bei mir zu sein als überraschender Restheimat, die aktuell greifbar ist und bereit, ohne einen anderen zusätzlichen aufwändigen und anstrengenden Grund zusammen zu unternehmen, was sich ergibt und auch Pausen zu akzeptieren, wie diesen kommenden Urlaub, wo seine Versicherung nicht für ein Wochenendbesuch auszureichen scheint. Dabei fühlt er sich auch in der Klinik wohl, isst wieder normal und mehr, was kommt und nimmt es als einen sicheren Ort für die Zeit außerhalb des Linienhauses. ++ Diesmal also kein Gasrohrbruch zwischen Alex und Friedrichstraße den ODEG präzise erreicht, Breddin rollt heran, mein Freund und Lehrer (8o, Ost) tritt auf den Bahnsteig und die Clowin frisch wie ein Frühlingswind bereitet das Mittag im Abbau im kleinsten Stück Garten hinter der Küche, während die Kinder bereits die Feuer entzünden in der Sonne. Ja, hier wächst nun doch Gemeinschaft heran nach dem Winter zwischen den Fans der Freien Schule, die eben nicht nur paarweis auftreten, leben und werkeln, sondern eigenwillige Biografien haben wie erhofft, die sie gegenseitig anziehen und denen sie nachgehen können und wollen, wenn sie mehr so sein wollen, wie sie sich entschieden haben zu sein. ++ Der tote R. fehlt, erklärt der Freund und ich lächle verständig und wir sollten versuchen, die Lücke anders zu füllen. Konsum, ihr Thema, denke ich bereits, ist Opium für das Volk oder des Volkes und sollte ebenso kritisiert werden wie diese und nach Marxschem Vorgang an der Schwelle der deutschen Neuzeit. Opium entsteht aus der Not der Verhältnisse, die von der Ohnmacht des Verhaltens in der Despotie bleibt, wo fragwürdige Sicherheit gegen agrarische Leistung getauscht wird, die sie parasitär und expansionistisch konsumiert, bis sie an der Großen Maschinerie scheitert. In Massenproduktion, - konsum und - kultur, der paradoxen Grundlage Bürgerlicher Individualität sind so materialistisch Wunsch, Hoffnung, Sehnsucht, Erlösung und Auferstehung ans Produkt gebunden und ihr Austauschmittel als dem einzig Beständigen, was gleichzeitig wirklich immer wieder neu entsteht. Das Fressen also im Stadium von Moral. ++ Ostwind weht warm.

Sonntag März 30th // Filed under: Geschlecht,