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Aus der Fassade 13714

Aus dem Kiez

Ich bin geboren
Zwei Ouzo nach der rumänisch - deutschen Schlepperei des apfelsinenfarbenen Sofas vor die Tür. Sie werden mich anzeigen, sagt die Nachbarin mit echter Sorge. Sie haben das doch geschrieben. Es hängt im Kasten. Es werde auch anonym behandelt. Dagegen muss man etwas tun. Die GSW tut: sie fordert deutsch zur Meldung auf. Wo das Sofa hin soll, interessiert sie nicht. Es passt in keine Tonne und auch in keinen BSR - Müllsack. Es steht jetzt ordentlich neben den Tonnen. Ich habe, werde ich schreiben, es geordnet. Sie sollten es ordentlich abholen können. ++ Die Mücken der Havel von voriger Woche brennen immer noch. Ich habe weder Anflug noch Einstiche gespürt. Die am Bauch habe ich mit Olbas beruhigen können. Die Schultern schmerzen von den magischen Griffen der Heilpraktikerin. Der wilde Waldspaziergang hat offensichtlich nicht geschadet . Gegen Fünf Jungsstimmen von gegenüber unter dem Schriftsteller, gegen Neun im oberen Fenster der Beletage ein Afrikaner (das ist doch wohl korrekt) und die Einwohnerin. Impuls eins: Jetzt kommen sie. Impuls zwei: Wer auch immer, sie kommen. Impuls drei: abwarten. Impuls vier. Gezielt reden, wie immer. Impuls fünf: Alle wollen hier sein und leben. ++ Um viertel nach Zehn sendet mein Radio aus der Schießanlage des Schützenvereins, die direkt vor dem abgerissenen Polizeigefängnis Schwedt steht: Hart, aber nicht mörderisch (der Leiter), irgendwo müssen die Soldaten ja hin (Bürger 1), Befehlsverweigerung muss geahndet werden, danach kann man sich ja beschweren (Schießer 1); das ist ganz schnell privat verkauft und abgerissen worden (Bürger 2); ich bin in diesem System geboren, geformt und erzogen worden, ich schätze die DDR noch heute, natürlich (Schießer 2), Ich wollte durchhalten, um mich dann umzubringen (Ex- Häftling 1); wir durften nach erfüllten Selbstverpflichtungen dann das Lindenbergkonzert sehen, da hab ich das erste Mal gelächelt (Ex- Häftling 2), die Haft hat mich hart gemacht und darin bestärkt, dieses Land so bald wie möglich zu verlassen (Auszug aus einem gesperrten Brief, Ex- Häftling 3). ++ 10:15, Prösser genial in meiner Zeitung über das WM - Spiel in der St. Mathias [Die Offenbarung von Schöneberg, 22]; dazu noch Neue deutsche Sachlichkeit von Kopp [22] und Tejo cole twittert alle Spiele [Open city]. Woelki geht aus Soldin nach München, wo das natürliche Gesetz der Heteros noch gilt [2]; Gabriel renoviert die Solarförderung ohne Quote für Bürger [6], Spaniens Sozies werden durch Podemos und VL überflüssig [8] und Bürgerwissenschaft, die das letzte Einzelinteresse vergesellschaftet [Finke,19]. Wissenschaft braucht nur sich selbst, Bürger ebenso. Mehr nicht.

Sonntag Juli 13th // Filed under: Geschlecht,
Samstag Juli 12th //

Aus der Fassade 12714

Aus der Wirrniss /6

Die Blaupause
2013 ist gestorben, die Reste liegen fein säuberlich im dicken Ordner, die zugeordnete Welt ist bisher kritiklos durchgegangen wegen Geringfügigkeit. Dagegen hat die Heilerin das Gegenteil am Hals. ++ Stark komprimiert lautet die Frage, ob man die eignen Traumata mit den Eltern nur allein lösen kann - weil und obwohl sie eh präsent sind- oder eigentlich nur gemeinsam in einer Beziehung, die das aushalten können muss und die zu ganzen Teilen auch deshalb eingegangen wird - obwohl der Partner einem das nicht abnehmen kann. Es gelte zudem für alle Hinterlassenschaft, das Erlebnis der Grundangst herauszufinden, das bei jedem ein individueller Fall von Vernachlässigung, Liebesentzug, Missbrauch und Dressur sei, der selten direkt bewusst bleibe, sondern verformt oder verdrängt. ++ In der Friedrichstraße kam eher meine Grundzufriedenheit heraus: Ich kann bei den Übungen fast sicher rechts von links unterscheiden, kenne den Ablauf der Übungen einigermaßen sicher, entdecke immer wieder eine anhaltende Wirkung und erhalte ab und an von der führenden Yogafrau sogar ein Lob. Zu Morgengruß und Mc Fittlauf kommt nun die Dehnung aus dem Vierfüssler. ++ Sicheres Glück sind die Bücher um die Ecke. Frau Gessen [Der Mann ohne Gesicht, Putin. Eine Enthüllung] macht, was sie sagt: sie enthüllt, was verborgen ist, erklärt, was nur vermutet werden kann und zeigt so den normalen Karrieregang in bürokratischen Gesellschaften: Keiner kennt den scheinbar geeigneten Kompromisskandidaten, er selbst hat seine Schlägerjugend in den Brunnenhöfen des Nachkriegsleningrad durch Kampfsport und Vaterbeispiel GPU aufgearbeitet und seine liberalen Förderer scheitern nach der Fabrikation seiner Legende an den alten Seilschaften, die den Spion bei den Ostdeutschen platzieren. Das geht alles wie überall sehr vertraut zu: persönliche Beziehungen, undefinierte Situationen von Aufbruch und Zusammenbruch der Alternativen. Ein Führer bekommt ein Gesicht. Herr Tahmer [Der Erste Weltkrieg] schafft es zudem, wirklich plausibel und in einem Bildband die entscheidenden Faktoren und Situationen des Urknalls klar und sensibel aufzulisten und die Alternativträger in ihrem Scheitern schwergewichtig zu bewerten. Doch kaufen. ++ Das Marxsche Paradox ist, dass er die Verhältnisse herauszerrt ,die den konkreten, individuellen historischen Menschen machen und den damit - abschafft! Das Dramatische ist, dass diese für übergreifende Erkenntnis notwendige Abstraktion die Blaupause für die Rationalität des Systems wird, dass die Menschen als Rädchen behandelt. Zu mehr hat es nicht gereicht, scheint es und da ist zu suchen, ob und wo es doch die Not gewendet hat.

Samstag Juli 12th // Filed under: Geschlecht,
Samstag Juli 12th //

Aus der Fassade 11714

Aus der Wirrniss / 5

Das Einfache Modell??
Der Blitz zuckt, Donner kracht, der junge Glatzkopf wirft die Bananenschale auf den Asphalt und hebt die Laptoptasche über de rosige Kopfhaut gegen den Regen, der herabstürzt. Der Osten wird eingeholt von gesamtdeutschen Wetter und das Grünflächenamt wird wieder Grünflächen zur Bearbeitung haben. Mücken können das an der Havel nicht gewesen sein, was am Bauch juckt wie Pest. Der Wurm ist drin. ++ Im deutschen Nachmittag sinkt mein Mut zur Gesamtschau der großen Denker. Dann scheint mir der dogmatische Marx mit seinem Gebäude von Formationen doch wirklich praktisch, die sich aus Kämpfen herausschieben, denen unerträgliche Lebensverhältnisse zugrunde liegen, die zuerst in der Verächtlichmachung des Menschen bestehen, die sich aus dessen Arbeitssklaverei oder Arbeitslosigkeit ergibt, also der Art und Weise der Warenproduktion oder - konsumtion, die ihren gesamten Lebenstag so umfassend bestimmen, wie kaum zu fassen - weil sie eben selbst aus Arbeit entstanden sind, aus ihr bestehen und ohne sie eingehen allüberall. Wie anders soll das Ganze frei funktionieren als von unten nach oben, also auf die Beine gestellt, was im Kopf steht, weil die Köpfe nicht freigestellt sind zum Begreifen und dann nach dem Delegiertenprinzip einen Überbau bilden über der Nachbarschafts- und Kiezgesellschaft, der ohne Zeitdruck und Privileg die Fragen bespricht, vorstellt, verwirft und dann irgendwie zur Einigung bringt, die die Basis zu klären für wichtig hält über längere Zeit. So kann dann eigentlich doch jeder überschaubar Grünflächen reinigen, Müllentsorgung einfordern, Lärmkulissen abwehren und andere praktische Dinge tun ein, zwei Stunden am Tag. ++ Und schon sind die Wasser ausgeschüttet, die Wolken hellgrau und der Fernsehturm wieder am alten, idealistischen Platz, wo Henselmann ihn hingesehen hat. Doch dann schmettert Donars Hammer., den Seligmann nach Heine zitiert, bevor er an die Volksgemeinschaft geht, nochmals gewaltig, wieder gießt der Gott mit der dritten Hand die Kanne aus und es bleibt, was ist: Der Krieg trieb die Republik hervor, die das Gewaltmonopol in der Verfassung festschreibt, so dass nicht dauernd Unmengen unbefriedigter Jungmänner die Kalaschnikow aus dem Kleiderschrank reißen, wenn irgendein Kommandeur die deutschen Taliban anrücken sieht oder die Formationen der Kamaradschaften aus dem Brandenburger Umland auf die Hauptstadt rücken und ich darf ungestört philosophieren, bis ich nur noch etwas Praktisches arbeiten kann: buchen bitte! ++ Der alte Überbau jedenfalls, wird solange bleiben, bis er eben von unten ersetzt wird. Dies Absterben haben wir in der Industrie hinter uns und ich selbst erlebt.

Samstag Juli 12th // Filed under: Geschlecht,
Samstag Juli 12th //

Aus der Fassade 9714

Aus der Wirrniss /4

Der totale Neuss!!
Zuerst begeistert die weiße Tasse, die wie künstliches Porzellan aussieht. Ich habe sie auf eine alte Glasuntertasse mit Gravur gestellt, die eine Windrose mit vier Himmelsegmenten von je vier kleinen Windrosen ziert, die durch vier Adidas plus 1 Streifen getrennt sind. Dann hat die Givebox mir vier Bücher aufgedrängt: zwei Kempowskis, eine chinesische Familiensaga und den totalen Neuss. Der Kabarettist liest sich umwerfend besser, als er je gesprochen hat, die wenigen Male, die ich ihn hörte, wo er herumschrie wie ein abgefackelter Hahn kurz vor dem Koma. Dabei lebt er meine Themen und in einer ähnlichen Art und ist fast so alt wie mein Vater und 89, kurz vor dem Mauerbruch, gestorben. Wenn ich weiterlesen will, obwohl ich keine Zeit habe, und spüre, wie die nötge Ruhe kommt, die sich über den Druck hinwegsetzt, den ich mir eh nur selbst mache, dann ist das Buch gut. Frau See [Auf dem goldnen Berg] erzählt von Fong See, der 1871 in die USA ging, dort reich an Geld und Frauen wurde und einhundert Jahre alt. Frau Chang dagegen [Wilde Schwäne], beschreibt drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute - eine vehemente Mao- Kritik. Kühn schriebt über Neuss, der Komiker sei ausgestiegen, um Missstände nicht mehr zu benörgeln, sondern sich selbst zu ändern (11), von einem professionellen zu einem persönlichen Dilettanten (13) , der sich seien eigne Welt bastelt zusätzlich zur bestehenden (16) und dadurch direkt in ihr war (17), wohl wissend, dass der kürzeste Weg im kurvenreichen Slalom zu finden ist, der die Markierungslinie immer wieder verlässt, um sie umso genauer wieder anpeilen zu können. (18): Dabei ließ ich Haare. Heute jetzt / hab ich wieder Lehrlingsjahre/Folge des Verzichts: Während andere in meinem Alter vor der Rente stehn, steh ich vor dem Nichts (26). ++ Lefebvre, Jg 1905, den Sarte als Marx- Nachfolge gelten lässt, schreibt 65 Probleme des Marxismus heute, 69 Der dialektische Marxismus, 72 Soziologie nach Marx und die Revolution der Städte und 75 Kritik des Alltagslebens und Metaphilosophie. Müller [Grundlagen der Philosophie der Praxis, Selbstverlag 85/14] nimmt ihn als Repräsentanz Marxscher Auflösung der Philosophie in der Praxis. Aber er selbst löst sich zuerst in der Ideologie auf. Der Marxismus sei ausgezehrt und müsse wiederhergestellt werden. Aber die Marxisten selbst sind eben die Marx´Auszehrer und die Dissidenten als Wiederhersteller bei Müller in einem Topf mit ihnen. Marx wird nicht am praktischen Problem erkundet, sondern an Zitaten denunziert, die als bloße Bruchstücke nun von Müller marxsch zusammengefügt werden sollen. Das kann man nur weglegen, viel Mühe um nichts Lesbares und nur Beitrag zum Zirkelschluss.

Samstag Juli 12th // Filed under: Geschlecht,
Samstag Juli 12th //

Aus der Fassade 8714

aus der Wirrniss /3

Sie kalkulieren wohl doch “falsch”
Wir kalkulieren vom Verbraucher her und im Vergleich mit der Konkurrenz, rechnen den Zielprofit heraus und verteilen die restlichen Kosten dann auf die Zulieferkette bis nach unten. Je klarer diese Kette und die Stufenkosten, desto klarer das Feudalmodell: Da fehlt das zweite Bein des Kapitals, das im Schnitt per Kampf für den Preis sorgt, der den Wert der Arbeitskraft erlöst, die so reproduziert werden kann, dass sie in etwa bis zu Rente reicht, wenn es denn eine gibt. Marx aber entwickelt den Preis vom Wert aus und arbeitet über den Tauschwert eine Art gesellschaftlichen Durchschnitt herein. Die gesellschaftlich notwendige Arbeit soll durch Geld erlöst werden und was die Not wenden soll, muss von Beginn an mit im Blick sein aller Seiten und das entdeckt Marx im Wert der Arbeit als besonderen Wert der besonderen Ware Arbeitskraft: Sie schafft erstens mehr Wert, als sie kostet und ihr Wert enthält zweitens noch (!!) ein dynamisches Element, historisch und moralisch flexibel, das sichert, dass sie die erste Besonderheit behält und ausbaut. Haben wir also keine Unions sondern nur units, dann klappt der Kapitalismus nicht über kurz oder lang und dann radikalisiert das Kapital notwendig die eigne Existenzgrundlage mit seiner eignen Logik: Mich wird der Ruin der Arbeitskraft nicht treffen, wenns den Mibewerber trifft, um so besser, der Staat wirds schon richten und nur wenn die Konsumenten mucken, wird es ernst. ++ Das gilt ja auch für die Wahl als Kernelement bürgerlicher Mindestdemokratie: Wenn die Wahlen nicht gesichert sind mit allen Instrumenten in allen Phasen, ist´s umsonst in Afghanistan, Indonesien und in Gaza und nichts wird mit der Republik. Dann kommt Krieg: die Hamas holt die in der Stillhaltephase von Hoffnung auf Verständigung durch die Intervention des Westens aufgeschatzten Raketen vor, mehr als erwartet, und schießt sie ab, was auch immer Abbas sagen mag - da zählt der jeweilige Kommandeur. Und die Israelis rufen die Reservisten ein, um das Gebiet nun zu säubern und dann wieder liegen zu lassen. Das wär längst Großisrael, wenn da nicht zu viele verbohrte Kämpfer säßen, die zu den eignen Fundamentalisten hinzu kämen. Aber sie werden überrollen müssen, und eingliedern und nichts wird mit zwei Staaten. Nusri sitzt und kann nicht mehr helfen, die Hälfte der Djihdadisten geht an die zentralasiatische Front zur letzten Schlacht um das Kalifat, das sich selbst durch extreme Gewalt delegitimiert. ++ Die zweitausend Briefe der Brauns zeigen, wie die Ausgegrenzten und Aufsteiger auf den Großen Krieg hofften: Juden, Sozies, Dichter und - Henker.

Samstag Juli 12th // Filed under: Geschlecht,
Samstag Juli 12th //

Aus der Fassade 6714

Aus der Wirniss /2

Der zweite Ausflug
Ich sehe nur noch den Film zu Ende, sagt der Jüngste versunken. Du musst Dich nicht beeilen, der Zug nach Breddin ist eh weg. Die fahren ja alle Stunde. In B. stehen Clownin plus Mann und Sohn vor dem Auto, als wären wir verabredet. Die Havellandschaft, Feuer und Wasser. Es ist gut, dass ihr da seid, sagt sie lachend, allein ist der Mann nicht auszuhalten. Ja, sie ist völlig gesund. Dagegen bin ich ein Wrack, erwidert der Therapeut.- Wie das geht mit einem ostdeutschen Scheidungskind. Es sind wohl doch irgendwie die versuchten Verhältnisse von Gleichheit, Arbeit für alle und Grundsicherung, die ein Eigenleben führen in den Menschen und durch die Ideologie des besseren Deutschland, vom bösen Klassenfeind und der Politik übergreifender Überwachung und Erziehung nicht ausgelöscht wurden. Alles andere gab es auch, vorauseilende Vaterunterwerfung unter die Mutter, die dann herrschen musste wider Willen. Das habe sie auch sehr traurig gemacht, sagt U. ++ Vor dem Fenster mauzt eine Katze im Plastekorb, den ein junger Mann die Linienstraße entlang trägt, über der die Sonne 25 Grad zustande bringt. Das anstehenden Gewitter verschont seit Tagen den Osten. Es geht auf Mittag am zweiten Urlaubstag mit dem Jüngsten. Das Volkstheater beginnt probeweise zu tönen. Die Planeten stehen gefährlich, erklärt die Mutter des Mittleren, unruhige Zeiten, mein Buch stagniert, die Zeit rinnt unter den Fingern weg, der Kampf um die Mutter zieht sich hin vor Unentschlossenheit, die Tochter sitzt unter Beobachtung und die Enkelin wird türkisch bewacht. Wir müssen zurückrudern, um selbst zu überleben. Vielleicht wäre Deine Moderation wirklich ein Ausweg wenigstens auf einer Baustelle und ihr könnt ab 13. bei uns im Grünen wohnen, wenn wir Urlaub in der Welt machen. ++ Der Schnitt steht bevor am 13., der Spaß 66 ist vorbei, das neue Jahr bricht an und es geht entschieden weiter auf siebzig hin. Was ist, was soll, was tun, was lassen. Morgen fährt der Jüngste nach BS. Dann Zeitung, Steuer, Sam. Zuvor aber der späte Abendgang durch den Deutschen Fußball . Überall schauen sie und die Tore fallen so schnell, dass ich denk, das sei noch die Wiederholung vom letzten. Mit fünf in die Halbzeit gegen Brasilien, eine Kombination nach der andern, selbst der schlechte Dönerteller für € 7 kann das siebeneins nicht verderben da vor uns, bevor uns der Park verschluckt. In der Früh nun steht der Jüngste allein auf, freiwillig unter der Dusche, packt den Rest des Reisezeugs, wir brechen auf, erreichen den Zug davor und nun ist er längst schon in der Heimat, wo die Braunen hoffentlich schweigen und er seinen Bahnübergang findet mit den rauschenden Zügen.

Samstag Juli 12th // Filed under: Geschlecht,
Sohn. Katzen auf dem Dach

Sohn. Katzen auf dem Dach

Dienstag Juli 8th //
Vom Jüngsten

Vom Jüngsten

Dienstag Juli 8th //

Aus der Fassade 5714

Von den Nachbarn

Der Ausflug
Wir fahren also zischend durch das Land in vietnamesischer Großfamlie mit Beng Bao (leicht süße Klöße mit Hackfleisch und Glasnudeln), ankommen, herzlich empfangend und sehr vertraut, keine Änderung durch die abwesende Familienerweiterung, Geburtstag im Flachland und an der Havel, die sich träge nach Westen spült, in der Mensch, Pferd und Fische baden und die kleine Gemeinde von Marita, Krassova, Angelika und Pferdelenker, ein Ami mit Frau und die schlanke Johanna von einem der vielen kleinen Plätze im Rayon. Der Jüngste macht Feuer am Wasser, ich streck mich daneben, Urlaub im Einer, fahren, anlegen, zelten, schlafen, kaum essen, abwärts unter den wechselnden Himmeln wieder vertraut werden mit dem, was hierzulande Natur ist. Die A. singt alle Lieder wie eine indische Mantra, ali krishna, alles schön, alles gut, alles Gott und Natur, Schaf und Ziege und ich schreie dann etwas für die Krassova, die selig lächelt, dürr mit ihren zwei Kindern, der Landwirtschaft mit Nebenerwerb und dem konfusen Mann, Ausgang offen, wie oft, seit sie aufbrach aus Plüschdorf vor Bad Schandau über Münster, Borussia Dortmund und andre Orte nach Prignitz. Dass Du kein Herz zu haben meinst, meint Marita, kann ich nicht nachvollziehen, ich bin Herz geworden und sorge bei S.s Leistungsforschern für Gemeinschaft. Vielleicht, fällt mir ein, sind es eher die Chackren, in denen ich mehr spüre, wie in Bauch und Kopf. ++ Heirate dich selbst [Veit Lindau, Kailash 2013] ist deshalb kein Satz für M. und er wär schon etwas einsam, wenn nicht am Ende zu Recht der zweite folgte: Diene bewusst. Lindau vertritt in Deutschland, schreibt der Verlag, die integrale Selbstverwirklichung und sieht etwa wie Cohen aus, der mit Wilber über die Evolution der Erleuchtung [Der Guru und der Pandit,22ff] dialogisierte. Heiraten jedenfalls ist das Maß an bürgerlicher Annäherung, das begrifflich zu weit geht: wer will sich selbst so etwas antun. Aber so sind sie. Cohen dann doch sehr klug, nur anfangs müsse man nirgendwo hingehen und es gab nichts zu tun, um erleuchtet zu werden, also die Welt zu transzendieren (Nirvana). Dann habe sich gezeigt, Wilber setzt das in der Achsenzeit von 2000 bis 100 an, dass Mensch sich nicht transzendieren könne, ohne die flüchtige Welt der vielfältigen Formen (Samsara) zu transformieren. Leere sei nicht ohne Form, Inhalt nicht ohne Formwandel und die Form nicht wie erhofft zeitlos, wie Sartre das bei der marxistischen Linken kritisiert. ++Na gut. Holland erschießt Costa Rica glücklich, Argentinien schafft Belgien in der normalen Spielzeit und die Berliner Fanmeile gehört sehr schnell der Müllabfuhr.

Montag Juli 7th // Filed under: Geschlecht,
Montag Juli 7th //