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1:: der rotweiße wollsocke
ende. mehr geht nicht. sie können die fußspitze zeigen mit socken. sie kann unter einem rock hervorkommen. dieser rock steht allein im bild - kein hinweis auf den träger. wir reden von normalität und denken im normalen: eine frau. aber die geschlechterrollen sind intellektuell spektakulär geöffnet worden. es kann ein mann sein. der mann kann frau sein bei einer frau oder bei einem mann. es ist alles möglich theoretisch. praktisch aber ist da ende.

2 :: der pornoblick auf´s selbst
das ende ist immer ein / anfang. am ende ist entweder porno oder schamhafte selbstzensur, die wohl vom / porno kommt. der porno ist leidenschaftsloser sex mit detailansicht: die illustration von rein / raus in den wenigen varianten. das scheint immer wieder als ersatz zu funktionen für die wirkliche bewegung.ein proletarisches mädchen geht winkend aus der lkamera die treppen hoch, nachdem sie im park einen gläsernen dildo einführt. sie lässt ihre brüste aus dem halter durch ein kurzes heraufschieben herausfallen und schiebt mit der gleich einfachen bewegung den rock hoch.

3 :: der pornoblick auf´s selbst ff
es folgt nicht mehr so viel, weil da auch nicht so viel ist. das organ halt, die pforte, der eingang für die gründungsbewegung, die früher dafür reserviert war. jetzt ist diese selbstentblößung davon völlig abgehoben: ich bin da, klingt das, ich zeige mich, ich setze das beste ein, das letzte, das immer wahrgenommen wird, auf den reflex. ich weiß, dass es einer willensanstrengung bedarf für den mann, schließt der offene blick ein, nicht hinzusehen. es kann da nichts schiefgehen. wer auf diese Seite geht, will das sehen, ohne großen umweg, ohne kunstvolle enthüllung, ein szenisches spiel.

4:: porno für´s portemonnaie
im schlimmsten fall legt der junge, lustige, erlebnishungrige osteuropäische mann zwei oder vier scheine auf den tisch im cafe. das mädchen steckt sie sorgfältig in das scheinfach eines portemonnaies, verstaut die börse in einer tasche und schiebt wieder das shirt hoch. die brüste sind sehr schön UND natürlich, die kamera bleibt einen moment da. dann wechselt sie auf eine szene wie im fitnessstudio. ein leistungsträger rammelt sein gerät von hinten herein. sie blickt hinter sich auf den rammler mit einer angestrengten simulation von erregung.
5 :: selbst außen
das selbst ist ein kleines, unschuldiges kind, gleich, ob junge oder mädchen. eine kurze zeit zu beginn darf es alles und alles ist kind, unschuldig, unzensiert, geschlecht. dann laufen die kleinen mädchen plötzlich mit bikini über nichts herum. textile bedeckung wird natur. natur wird verborgen, weil geschlecht. bei den geschlechtern ist das organ immer sofort ganz präsent. es zu erfahren, heißt damit zu spielen, wie mit allem. die brust wird ein jahrzehnt vor ihrer ausprägung bedeckt, als wäre schon ihr kommen ein unerhörter akt von entblößung und provokation.
6 :: das innere selbst
der verzicht auf entblößung zieht die textile fassade hoch, die den ersten innenraum formuliert. täusche ich mich oder bedecken die kleinen jungs früher als früher ihre brust mit hemden, weil man und auch mann nicht halbnackt herumlaufen in einer bekleidungsgesellschaft. wenn sie die hemden ausziehen, dann als männer, wenn sie breit ist, ausdruck von stärke und symbol für die mögliche anlehnung. ist sie das nicht, ist sie geschlecht und wird verborgen. das geschlecht nun als organ und lebenslust ist mit den mit ihm Doktor spielenden Kindern verborgen. Das Spiel ist wohl auch verwaltet und früh zuende als wär es nie gewesen. so hocken wir als kinder in uns wie in der fruchtblase.
7 :: zensur
zensur prämiert die geforderte leistung. gefordert ist bedeckung des spiel und entdeckung der arbeit. die bewertung für bedeckung des chaotisch- kindlichen als note ist für die leistungsträger ein erlebnis. der rest verdrängt depressiv.
8: Selbstzensur
mein jüngster sohn merkte beim letzten besuch in der metropole aus dem internat kommend resignierend an, dass er nun wisse, dass er sein schwänzchen nicht zeigen dürfe. er hatte das gerät liebevoll mit duftender ringelblumensalbe eingecremt und seuftze. wir sahen uns zu selten, als das ich etwas hätte entgegnen können. manchmal lege ich mich trotzig am morgenpark nackt ins gras etwas abseits der angezogenen. wir geben nichts. wir zeigen nichts. wir nehmen nichts. wir akzeptieren porno, weil wir das nicht sind. stellvertreter sind eingeführt, symbole statt aktion, befriedung ohne kriegsgefahr.

9 :: Scham
zwischen innen und außen hängt als brandmauer die scham.